
Berlin, Frankfurt, Wien, Leipzig – und viele Homeoffices dazwischen. Im Alltag sehen wir uns meist in Videocalls, Chats und Projektboards. Das funktioniert gut. Aber zweimal im Jahr tauschen wir Bildschirmzeit gegen gemeinsame Zeit – unter anderem im Sommer für einen Teamausflug.
Deshalb waren wir auch in diesem Jahr wieder für drei Tage unterwegs: Vom 7. bis 9. Juni trafen sich rund 20 Kolleginnen und Kollegen in Masserberg im Thüringer Wald – direkt am Rennsteig, mitten in der Natur und weit weg vom Arbeitsalltag.

Wir arbeiten verteilt. Das ist für uns selbstverständlich geworden. Gleichzeitig wissen wir, dass gute Zusammenarbeit nicht nur aus Prozessen, Meetings und Tools entsteht. Zweimal im Jahr hören wir deshalb auf, über Distanz zu kollaborieren, und fangen einfach an, zusammen zu sein.
Teamausflüge sind kein Bonus. Sie sind eine Investition in die Zusammenarbeit. Wer gemeinsam unterwegs ist, lernt sich anders kennen als im nächsten Statusmeeting. Gespräche entstehen nebenbei, neue Verbindungen ebenso.
Und genau davon profitieren wir oft noch Monate später – so wie nach unserem Ausflug nach Potsdam im vergangenen Jahr oder den Team Days im vergangenen Dezember.

Die Anreise erfolgte aus verschiedenen Richtungen. Am frühen Abend kamen alle im Kurhaus Masserberg zusammen. Rund ums Hotel kreisten den ganzen Aufenthalt über Mehlschwalben und Mauersegler. Nach dem Einchecken ging es direkt zum Abendessen. Keine Agenda, keine Präsentationen, keine offenen Tickets. Stattdessen führten wir gute Gespräche, trafen Kolleginnen und Kollegen wieder, die man zum Teil sonst nur aus Videokonferenzen kennt, und ließen den ersten Abend entspannt ausklingen.

Schon früh ging es hinauf auf den Eselsberg, wo der Aussichtsturm der Rennsteigwarte einen weiten Blick über die Gipfel des Thüringer Waldes bietet. Weiter führte die Tour um den Sommerberg herum, vorbei an der gefassten Werraquelle bei Fehrenbach, deren Wasser aus einem Löwenkopf in ein steinernes Becken plätschert. Danach ging es ein Stück an der Fehre entlang, vorbei am Löffelberg und Ersteberg. Das Tempo blieb entspannt, die Gespräche wechselten ständig die Gruppen.

Der Wald zeigte sich dabei von zwei Seiten. Auf der einen kahle Hänge, an denen der Borkenkäfer ganze Fichtenbestände gezeichnet hat – ein trister Anblick. Auf der anderen junge Baumbestände und Mischwald, in denen der Wald sich neu sortiert. Dazwischen blieb es abwechslungsreich: dichte Blütenwiesen und lichte Laubwälder, in denen Frösche und kleine Echsen durchs Gras huschten. Über allem gaben die Vögel den Takt vor.

Bis zum Mittagessen lagen zwölf Kilometer hinter uns. Wir erreichten das Café Restaurant Anna in Heubach – nettes Hüttenambiente, eine willkommene Pause.
Danach teilte sich die Gruppe. Jeder wie er kann: Einige kürzten ab, für viele andere wurden es am Ende rund 22 Kilometer und etwa 600 Höhenmeter. Wir entschieden uns für einen Umweg zum Dachsbach-Wasserfall, vorbei an einem Bach durch den stillen Wald und ein paar Wanderern mit Hund, sonst sehr ruhig.

Der „Wasserfall" entpuppte sich allerdings eher als kleine Stufe im Bachlauf, und danach mussten wir die Höhenmeter erst einmal wieder hinauf. Am Ende spürte man die müden Füße, manch einer hatte sich Blasen gelaufen – aber es war genau die Art Müdigkeit, die zufrieden macht.
Am Abend trafen wir uns im Hotel und anschließend im Steakhouse Waldblick wieder – ein Tisch für 20 Personen, viel Zeit für alles, was im Arbeitsalltag oft zu kurz kommt. Den Tag beschloss ein kurzer Schauer, und mit ihm ein doppelter Regenbogen, der sich komplett über den Himmel spannte, beide Enden sichtbar.

Am letzten Tag ging es noch einmal hinaus – diesmal nicht mehr mit der ganzen Mannschaft. Einige blieben in Masserberg und erkundeten den Barfußweg und die nähere Umgebung.
Für die anderen führte eine Runde zur Talsperre Goldisthal, um den Goldberg herum und wieder zurück: rund zehn Kilometer, gut zwei Stunden, etwa 300 Höhenmeter. Das Wetter war launischer als am Vortag, zwischendurch zog der eine oder andere Regenschauer durch.

Beeindruckend war der Blick auf die hohe ICE-Brücke über dem Tal – ein kleines Highlight, als wie bestellt ein Zug darüberfuhr. Zur Mittagszeit trafen wir uns alle wieder.
Anschließend hieß es auschecken, Abschied nehmen und die Heimreise antreten. Für die Berliner blieb vor dem Zug noch Zeit für einen Aufenthalt in Erfurt. Am Nachmittag kam dann doch die Sonne heraus – ideal, um die Altstadt zu erkunden: Dom, Krämerbrücke und zum Abschluss ein Getränk am Wenigemarkt. Die Terrassen waren voll, das Wetter mild, und von der Dachspitze sang uns eine Amsel ihr Lied dazu. Den Rausschmiss besorgte dann passend zum Tag der Regen. Auch das war in Ordnung.
Drei Tage reichen nicht aus, um ein Team aufzubauen. Aber sie reichen, um Beziehungen zu stärken, neue Verbindungen entstehen zu lassen und gemeinsam Erinnerungen zu schaffen.
Und genau deshalb machen wir das immer wieder. Vorerst hängen wir die Wanderschuhe an den Haken – aber nur vorübergehend.
